Dokumentation blick's Fortbildung
"Jugendberufshilfe in Freizeiteinrichtungen"
5 Fortbildungstage Nov. 2001 - Mai 2002
2. Tag 13. 11. 2001


 

Hauptschülerarbeit und 
blick`s jugendberufshilfe an schulen

 

Frau Mießner-Schwarz und Frau Nientit-Wunsch berichteten über die bisherige Form der Hauptschülerarbeit als Seminare mit Abschlussklassen und das neue Modellprojekt blick's jugendberufshilfe an schulen:

Den Schwerpunkt der Arbeit bildeten von 1977 bis 2001 zehn einwöchige, berufsvorbereitende Seminare pro Schuljahr für 9. Klassen. Diese wurden abwechselnd von den beiden Sozialpädagoginnen (TK 50 %) geleitet. Jeweils eine Hauptschulklasse, bei Sonderschulseminaren wegen der geringeren Klassenstärke 2 Schulklassen, fuhren mit ihren Klassenlehrern/-innen in eine Jugendbildungsstätte außerhalb Wolfsburgs.

Um die Arbeit in kleinen Gruppen zu ermöglichen, fuhren außerdem als Honorarkräfte Teamern/-innen mit, die von den Sozialpädagoginnen intensiv auf diese Arbeit vorbereitet wurden. Nach Möglichkeit begleiteten auch Mitarbeiter/-innen der Freizeitheime, in deren Einzugsgebiet die Schule lag, die Seminare.
Verschiedene Fortbildungsteilnehmer/-innen waren in der Vergangenheit bei den Seminaren dabei.

Die Seminare waren schulische Veranstaltungen, die vom Geschäftsbereich Jugend geplant, durchgeführt und finanziert wurden. Inhaltliche Schwerpunkte waren Überlegungen zur Berufswahl und Berufsfindung, Vorbereitung auf die Ausbildung und mögliche Probleme in der Arbeitswelt. Hierzu wurden Methoden und Medien wie Rollenspiel, Planspiel, Videofilm, Fotos u.a. eingesetzt. Um realitätsnah zu arbeiten, lud die Übungsfirma der Hauptschülerarbeit, die Firma Schlag & Blitz, schriftlich zu Einstellungstest und Vorstellungsgespräch ein.

 

      Um die Arbeit zu veranschaulichen,
wurde eine Diaserie mit einer typischen Seminarwoche einer Hauptschulklasse aus den neunziger Jahren gezeigt und
kommentiert.

 

 

 

Kooperationspartner der verschiedensten Wolfsburger Einrichtungen unterstützten durch ihre Mitarbeit die Seminararbeit, darunter auch Institutionen, die diese Fortbildung mittragen: das Arbeitsamt, VW - Coaching, RAN, Rabatz, Jugendwerkstatt und die BSW, aber auch das CJD, die Schuldnerberatung, drobs, Mädchencafe u.a.

Ein umfangreiches abendliches Freizeitangebot mit Spielen, Sport und kreativen Möglichkeiten rundete das Programm ab. Freiwillige Arbeitsgruppen konnten zu Themen arbeiten, die vorher vereinbart wurden. Die von den Jugendlichen organisierte Abschlussfeier mit Disco, Cocktailbar und Spielen bildete einen Höhepunkt der Woche. Getoppt wurde der nur durch die selbst gedrehten Videofilme, die am Freitagvormittag Premiere hatten.
Die Seminare waren bei Schülern/-innen und Lehrern/-innen sehr beliebt und waren auf Jahre im voraus ausgebucht.

Im Anschluss an die Darstellung der langjährigen Seminararbeit wurde das Modellprojekt blick´s jugendberufshilfe an schulen vorgestellt. Dieses Projekt findet seit dem Schuljahr 2001/02 für drei Jahre an der Hauptschule Kreuzheide statt, mit der eine Kooperationsvereinbarung geschlossen wurde.

Trotz der positiven Resonanz auf die Seminare sind sich alle beteiligten Fachkräfte schon seit langem einig, dass eine intensive Berufsorientierung über das schulische Angebot hinaus nicht erst in Abschlussklassen erfolgen sollte. Beruflichen Fehlentscheidungen, Ausbildungsabbrüchen, "Maßnahmekarrieren" und Jugendarbeitslosigkeit kann damit effektiver vorgebeugt werden. Die Arbeit setzt deshalb jetzt bereits in der 7. Klasse ein. Dies kommt besonders den Schülern/-innen zugute, die die Schule schon vor der 9. Klasse verlassen.
Mit den Schulklassen werden Einheiten und Methoden erprobt, die später auf weitere Schulen übertragen werden können.

Die Kolleginnen informierten über die bisherigen Erfahrungen an der Hauptschule. Ihnen stand ein großer Arbeitsraum zur Verfügung, der bezüglich Mobiliar und Technik gut ausgestattet war. Er war für Gruppenarbeit und viele andere Zwecke gut geeignet und wurde von den Schüler/-innen gern aufgesucht.

Leider musste dieser Raum und 12 Klassenräume wegen Asbestverseuchung geräumt werden. Durch die so entstandene Raumnot im Schulzentrum ist die geplante Kleingruppenarbeit schwierig geworden.

Lehrerinnen und Lehrer benötigen dringend personelle Unterstützung, da handlungsorientierte Lerneinheiten zur Berufsvorbereitung sehr aufwändig in der Vorbereitung und Durchführung sind. Viele Schülerinnen und Schülern erhalten nur durch diese Arbeitsweise eine umfassende berufliche Orientierung für eine realistische Berufswahl.

Um dieses handlungsorientierte Lernen zu ermöglichen, sollen alle Möglichkeiten der Vernetzung in die Arbeit einbezogen werden.
Die Vernetzung der Kolleginnen und Kollegen der Wolfsburger Freizeiteinrichtungen durch die Fortbildung zur Jugendberufshilfe ist dabei naheliegend: Viele Schülerinnen und Schüler der Hauptschulen besuchen die städtischen Freizeiteinrichtungen. Die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Freizeiteinrichtungen könnte laut Aussage der Mitarbeiter ausgebaut werden.

Als Beispiel ihrer Arbeit berichteten Frau Mießner - Schwarz und Frau Nientit - Wunsch über das aktuelle Projekt "Betriebserkundungen mit 8. Klassen". Dabei entsteht der Film "Hauptschüler erkunden Wolfsburger Betriebe", der im Dezember auf OKTV gesendet werden wird.

Im zweiten Schulhalbjahr ist mit den 8. Klassen außerdem ein dreitägiges Schnupperpraktikum in Wolfsburger Handwerksbetrieben geplant. Wie schon die Betriebserkundungen wird es von der Kreishandwerkerschaft unterstützt. Die Schüler sollen in Zusammenarbeit von Schule, Freizeitzentrum Nord und blick´s auf das Schnupperpraktikum vorbereitet werden.
Dieses Projekt soll der Start für eine Zusammenarbeit in der Jugendberufshilfe zwischen der Hauptschule Kreuzheide und dem FZZ - Nord sein.


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